Klassifizierung der roten Vogelmilbe

Macro-Aufnahme in einem befallenen Hühnerstall: Eine mit bloßem Auge kaum zu erkennende Ansammlung von Roten Vogelmilben, die zwischen dem Hühnerhaus und der Tür zum Haus eingeklemmt waren, so dass sie freigelegt wurden, als die Tür geöffnet wurde.

Einordnung der Roten Vogelmilbe:

Rote Vogelmilben (wissenschaftlicher Name Dermanyssus gallinae) gehören zum Stamm der Gliederfüßer, d.h. zu den Tieren, die ein Außenskelett und gegliederte Beine haben. Innerhalb dieses Stammes gehören sie zur Klasse der Spinnentiere und nicht zu den Insekten. Markantester Unterschied: Insekten haben immer Fühler, sechs Beine und die meisten besitzen Flügel. Spinnen haben im Normalfall acht Beine und weder Fühler noch Flügel.

Rote Vogelmilben sind Parasiten, d.h. schmarotzende Lebewesen, die von einem anderen Organismus (Wirtstier) leben und diesen schädigen. Je nach Lokalisation (Aufenthaltsort) der Parasiten wird zwischen Endo- und Ektoparasiten unterschieden. Rote Vogelmilben zählen zu den Ektoparasiten, weil sie im Gegensatz zu Endoparasiten, wie z.B. Würmern und Kokzidien, auf und nicht im Körper ihres Wirtes leben.

Macro-Aufnahme in einem befallenen Hühnerstall: Die verschiedenen Entwicklungsstadien der Roten Vogelmilbe von den fast durchsichtigen Eiern über die ausgewachsene Rote Vogelmilbe vor der Nahrungsaufnahme bis hin zur ausgewachsenen Milbe nach einer Blutmahlzeit sind gut zu erkennen.

Vorkommen der Roten Vogelmilbe

Die bis zu 1 Millimeter langen und bis zu 0,75 Millimeter breiten Spinnentiere kommen in nahezu jedem Geflügelbestand vor und stellen nicht nur für Vögel, sondern auch für Säugetiere und den Menschen eine ernstzunehmende Plage dar. Die Farbgebung der Roten Vogelmilbe reicht von einem leichten, fast durchscheinendem Grau über eine leichte Brauntönung bis hin zu einem tiefen Blutrot. Die tiefrote Farbe nehmen die Tiere nach Einnahme einer Blutmahlzeit an. Die Eier der Roten Vogelmilbe sind von einem leichten, fast durchsichtigem Weiß und ca. 0,4 Millimeter groß.

Geflügelhalter und Vogelliebhaber hassen und fürchten die krabbelnden Blutsauger gleichermaßen, denn die kleinen Schmarotzer sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen und äußerst hartnäckig, wenn es darum geht, ihre Beute zu erwischen. Wie Vampire kommen sie ausschließlich des nachts hervor und fallen lautlos über ihre schlafenden Opfer her. Tagsüber verstecken sich die Parasiten in Nistkästen, winzigen Spalten im Holz, Fugen, Ritzen und Rillen. Auch die Eier der Schmarotzer sind selten bis nie auszumachen, denn die Rote Vogelmilbe vergräbt ihre Eier tief in Rissen und Spalten, so dass fast nur dann zu erkennen sind, wenn sie während einer Reinigung des Stalls aus den Ritzen herausgespült werden.

Die Grafik zeigt die Entwicklungsstadien der Roten Vogelmilbe vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier

Lebenszyklus der Roten Vogelmilbe

Die Temperatur spielt in den Entwicklungsphasen der Milbe eine entscheidende Rolle. Steigende Temperaturen in Kombination mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, dass sich die Blutsauger rasant vermehren und wie eine widerlich wabernde Masse aus Ecken, Ritzen, Rissen und Spalten quellen.

Männchen werden ca. 0,65mm groß, Weibchen ca. 0,75mm. Männchen sind weißlich bis grau gefärbt, Weibchen weisen nach einer Blutmahlzeit die namensgebende rote Färbung auf. Die Rote Vogelmilbe sucht ihren Wirt alle zwei bis drei Tage auf und saugt dann bis zu einer Stunde das Blut ihres Wirtes. Ausgewachsene Weibchen legen nach so einer Blutmahlzeit bis zu zwei Dutzend Eier, aus denen die Larven schlüpfen.

Liegen die Temperaturen zwischen 9°C und 15 °C, dauert es fünf Tage, bis sich die Larven der Roten Vogelmilbe entwickeln. Bei Temperaturen um 20°C und mehr dauert es nur noch zwei Tage. Aus den Larven, die selbst keine Nahrung aufnehmen, entwickeln sich innerhalb von ein bis zwei Tagen sogenannte Nymphen: Ein Entwicklungsstadium, indem das Tierchen schon aussieht wie eine Milbe aber noch nicht geschlechtsreif ist. Diese Nymphen suchen sich bereits ein Opfer für ihre erste Blutmahlzeit. Anschließend häuten sie sich und werden zu Nymphen zweiten Grades. Ausgewachsen und damit geschlechtsreif sind sie nach einer weiteren Blutmahlzeit samt Häutung. Auf diese Weise kann die Entwicklung vom Ei bis zur nächsten „Generation Ei“ unter optimalen Bedingungen innerhalb von sieben Tagen abgeschlossen sein.

 

Lebensdauer der Roten Vogelmilbe

Bei normaler Stoffwechsel- und Vermehrungsaktivität wird die Lebensdauer einer ausgewachsenen Roten Vogelmilbe auf ca. acht Wochen geschätzt. Bei niedrigen Temperaturen und einer ausreichend hohen Luftfeuchtigkeit können Hungerperioden von über 30 Wochen überlebt werden. Aus diesem Grund sollte man den Stall regelmäßig erneut auf einen Befall untersuchen – denn eine einzige Milbe, die überlebt, kann Wochen oder Monate später den Grundstein für eine erneute Milbeninvasion legen!

Ein Kommentar

  • Seit paar tagen kämpfe ich gegen die milben an leidr noch kein erfolg😦😦😦😦😦könnt heulen

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